Dickes Deutschland: Kaum noch Normalgewichtige
Nur noch die wenigsten Menschen in Deutschland haben Normalgewicht, wie die Deutsche Adipositas Gesellschaft (DAG) bekannt gab. Demnach seien 60 Prozent der Männer zu dick oder leiden sogar an Fettsucht. Bei den Frauen ist etwa die Hälfte davon betroffen. Um durchschnittlich 15 Kilogramm nehmen die Deutschen innerhalb vom 20. bis zum 50. Lebensjahr zu, betonte Professor Hans Hauner, Präsident der DAG.
Vergleicht man die Zahl in Deutschland mit den anderen europäischen Ländern, liegt der deutsche Bundesstaat im oberen Viertel, so Hauner weiter. Bereits jedes sechste Kind sei zudem übergewichtig, wobei es bei Kindern einfacher und die Chance höher ist, dass sie ihrer Fettleibigkeit entgegenwirken können. Schaffen es von den Erwachsenen nach einer Therapie langfristig gerade einmal 10 Prozent ihr Gewicht halten, liege die Chance bei Kindern bei 50 Prozent. Dennoch ist diese Zahl für Kinder alarmierend. Sowohl für Erwachsene als auch für Kinder sind die richtigen Wege zu einem körperlichen Normalgewicht eine gesunde und ausgewogene Ernährung sowie tägliche Bewegung.
Gründe für die Zunahme an Übergewichtigen im Kindesalter sieht Dr. Thomas Hulisz, Chef des Bochumer Augusta-Adipositas-Zentrums, darin, dass die Kinder mit gesüßten Getränken viele Kalorien aufnehmen, ohne wirklich satt zu werden. Hulisz befürwortet vor allem ein Verbot von Eistee, da „Eistee [...]für mich die Kalorienbombe des Jahrzehnts“ darstellt. Zu einer gesundheitsbewussteren Ernährungsweise könnten auch Schulen beitragen, indem sie gesüßte Getränke gar nicht erst anbieten und die Kinder somit nicht in Versuchung kommen können. „Ein Liter gesüßte Getränke deckt bei Kindern die Hälfte des täglichen Kalorienbedarfs, ohne ein Sättigungsgefühl zu erzeugen“, erklärt Hulisz.
Die Menschen in Skandinavien stehen deutlich besser da, die Menschen im Süden Europas wiederum schlechter als die Deutschen. Dänemark hat beispielsweise eine Fettsteuer ins Leben gerufen, so dass ungesunde Lebensmittel deutlich teurer verkauft werden. In Deutschland hingegen gibt es bereits Diskussionen über eine ordentliche Kennzeichnung der Lebensmittel. Erst im letzten Jahr wurde eine Ampelkennzeichnung auf den Lebensmitteln von der EU zurückgewiesen, die dem Verbraucher leichter aufzeigen sollten, welche Nahrungsmittel gesund oder ungesund sind.
Über den Autor
Bianka ist Journalistin und schreibt über Themen wie ausgewogene Ernährung und gesunde Lebensmittel.


Kommentare
Kommentar hinzufügen