Esstörungen: Frauen stärker betroffen als Männer

Frauen sind fünfmal häufiger von Essstörungen betroffen als Männer. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der Universität Leipzig gekommen.

„Störungen im Essverhalten [können] Frauen und Männer jeden Alters betreffen, wobei festzuhalten ist, dass die Häufigkeit mit höherem Lebensalter abnehme“, erklärt Professor Elmar Brähler. Vor allem junge Frauen vor dem 24. Lebensjahr hätten ein erhöhtes Risiko an Essstörungen zu leiden.

„Störungen im Essverhalten [können] Frauen und Männer jeden Alters betreffen, wobei festzuhalten ist, dass die Häufigkeit mit höherem Lebensalter abnehme“, erklärt Professor Elmar Brähler. Vor allem junge Frauen vor dem 24. Lebensjahr hätten ein erhöhtes Risiko an Essstörungen zu leiden.

photocase.com © Frank Martin Dietrich

Die Studienergebnisse wurden von der Universität am Dienstag in einer Pressemitteilung veröffentlicht.

In Deutschland leiden mehr Frauen als Männer an Essstörungen. 5,9 Prozent der Frauen und 1,5 Prozent der Männer hätten ein gestörtes Essverhalten. Zu Essstörungen zählen Bulimie, was eine Ess-Brech-Störung ist, die Essanfallsstörung und Magersucht (Anorexia Nervosa). Zudem fanden die Forscher heraus, dass bei Fettleibingen Menschen häufiger eine Störung des Essverhaltens zu Grunde liegt im Vergleich zu normalgewichtigen Personen. Adipöse Frauen seien elfmal häufiger von einer Störung betroffen. Adipösen Männern leiden 20-mal häufiger unter Essstörungen.

Für die Studie von Anja Hilbert, Martina de Zwaan und Elmar Brähler wurden 2520 Frauen und Männer mit dem Esstörungsfragebogen „Eating Discorder Examination-Questionaire“ befragt. Dabei wurden Kriterien wie Körper- und Selbstbild, Unzufriedenheit mit dem Aussehen, selbst herbeigeführtes Erbrechen, Essanfälle oder das Verhalten bei Diäten abgefragt. Die Teilnehmer der Studie waren zwischen 14 und 94 Jahren. Die Teilnehmer gaben ihren BMI an. Daraus resultierte, dass 52 Prozent der befragten Normalgewichtig waren, 37 Prozent übergewichtig und rund 11 Prozent adipös. Als adipös (fettleibig) gilt man wenn der BMI über 30 liegt.

Die Studie führte in mehreren Bereichen zu neuen Erkenntnissen. Essstörungen könnten unter anderem nicht die Wirkung von Fettleibigkeit sein, sondern die Ursache. „Daraus lässt sich schließen, dass sich weit stärker als angenommen, Übergewichtig und Adipositas im Zusammenhand mit Störungen im Essverhalten entwickeln und z.B. mit wiederkehrenden Essanfällen, nächtlichem Essen, chronischem Überessen oder einem sehr negativen Körperbild einhergehen.“, folgert Anja Hilbert, aus den Ergebnissen der Studie. Neben der Diagnose „Übergewicht“ bzw. Adipositas sollte auch abgeklärt werden, ob der Mensch nicht an einer Essstörung leide, welche durch eine psychotherapeutische Therapie mit behandelt werden könnte.

„Störungen im Essverhalten [können] Frauen und Männer jeden Alters betreffen, wobei festzuhalten ist, dass die Häufigkeit mit höherem Lebensalter abnehme“, erklärt Professor Elmar Brähler. Vor allem junge Frauen vor dem 24. Lebensjahr hätten ein erhöhtes Risiko an Essstörungen zu leiden.

Die Ergebnisse der Studie zeigten aber auch, dass in den letzten Jahren Symptome und Auffälligkeiten für eine Essstörung bei Männern zugenommen haben. Das konnte durch den Vergleich mit früheren Studienergebnissen festgestellt werden.



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