Fettleibigkeit reift zur gefährlich Epidemie

Die Zahlen sind erschreckend: Weltweit sind mehr als zwei Milliarden Menschen fettleibig oder übergewichtig. Damit hat sich die so genannte Adipositas zu einer größeren Gefahr entwickelt als das Rauchen. Wissenschaftler der renommierten britischen Medizinzeitschrift "The Lancet" fordern jetzt, dass die Regierungen weltweit mit radikalen Schritten gegen die Ausbreitung von Übergewicht und Fettleibigkeit vorgehen müssen.

Von den mehr als zwei Milliarden betroffenen Menschen leiden 1,5 Milliarden Erwachsene an Übergewicht. Hinzu kommen 500 Millionen Erwachsene, die an Fettleibigkeit erkrankt sind.

Von den mehr als zwei Milliarden betroffenen Menschen leiden 1,5 Milliarden Erwachsene an Übergewicht. Hinzu kommen 500 Millionen Erwachsene, die an Fettleibigkeit erkrankt sind.

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Die Wissenschaftler fordern, dass die Vereinten Nationen ähnlich wie beim Tabakkonsum eine generelle Rahmenkonvention zur Kontrolle von Fettleibigkeit verabschieden müssen. Ohne dieses Vorgehen würde sich die Epidemie des Übergewichts nicht mehr rückgängig machen lassen und weiter rasant ausbreiten, heißt es in dem Artikel. So müsse ähnlich wie beim Rauchen die Werbung für ungesundes Essen kontrolliert werden, vor allem um Kinder und Jugendliche zu schützen, so die Wissenschaftler.

Von den mehr als zwei Milliarden betroffenen Menschen leiden 1,5 Milliarden Erwachsene an Übergewicht. Hinzu kommen 500 Millionen Erwachsene, die an Fettleibigkeit erkrankt sind. Weiterhin sind über 170 Millionen Kinder übergewichtig oder fettleibig. Als Fettleibig gilt jeder Mensch, der einen Body-Maß-Index von mehr als 30 Punkten erreicht.

Während in Japan und China nur etwa eine von 20 erwachsenen Frauen fettleibig ist, fallen in den USA eine von drei Frauen in diesen Bereich. So habe Fettleibigkeit in den USA oder dem Westen Australien das Rauchen als größte zu verhindernde Gesundheitsgefahr schon lange abgelöst, so die Wissenschaftler. Während in den vergangenen Jahren häufig nur Industriestaaten von einer hohen Fettleibigkeitsrate betroffen waren, seien mittlerweile auch Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen betroffen.

In Deutschland leiden rund 2,1 Prozent der Bevölkerung an Untergewicht (BMI unter 18,5). Davon 0,7 Prozent Männer und 3,4 Prozent Frauen. Normalgewicht (BMI von 18,5 bis 25) besitzen in Deutschland rund 46,5 Prozent der Bevölkerung. Davon 39,2 Prozent Männer und 53,7 Prozent Frauen. An Übergewicht (BMI von 25 bis 30) leiden in Deutschland 36,7 Prozent, davon 44,4 Prozent Männer und 29,1 Prozent Frauen. An Fettleibigkeit (BMI über 30) leiden 14,7 Prozent der Deutschen. Davon 15,7 Prozent Männer und 13,8 Prozent Frauen.

Generell ist in Deutschland zu beobachten, dass Männer in allen Altersgruppen häufiger übergewichtig sind als Freuen. Auch bei jungen Erwachsenen ist Übergewicht bereits weit verbreitet. Bei den 20- bis 24-jährigen seien 29 Prozent der Männer und 18 Prozent der Frauen übergewichtig. Bei den 70- bis 74-jährigen Männern erreicht der Anteil seinen Höhepunkt: In diesem Alter sind 74 Prozent der Männer und 63 Prozent der Frauen übergewichtig. Häufig sind vor allem verheiratete Männer (69 Prozent) und verheiratete Frauen (46 Prozent) übergewichtig. Hingegen sind es bei den ledigen Männern nur 43 Prozent und nur 25 Prozent bei ledigen Frauen.



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