Kaiserschnitt: Risiko für Typ-1-Diabetes wird erhöht

Kinder die per Kaiserschnitt auf die Welt kommen haben ein erhöhtes Risiko an Typ-1-Diabetes zu erkranken. Das gilt vor allem für Kinder aus Familien mit einer Diabetes-Vorbelastung.

Das Risiko an Diabetes zu erkranken, lag bei den Kindern die per Kaiserschnitt zur Welt kamen bei 4,8 Prozent. Bei Kindern mit einer natürlichen Geburt lag es nur bei 2,2 Prozent. Dabei spielten Faktoren wie eine Frühgeburt, eine Mehrlingsschwangerschaft oder Erstgeburt keine Rolle.

Das Risiko an Diabetes zu erkranken, lag bei den Kindern die per Kaiserschnitt zur Welt kamen bei 4,8 Prozent. Bei Kindern mit einer natürlichen Geburt lag es nur bei 2,2 Prozent. Dabei spielten Faktoren wie eine Frühgeburt, eine Mehrlingsschwangerschaft oder Erstgeburt keine Rolle.

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Das Risiko an Typ-1-Diabetes zu erkranken soll mehr als doppelt so hoch sein, als bei Kindern mit einer natürlichen Geburt. Das haben neue Ergebnisse der Langzeit-Studie "BABYDIAB" gezeigt. Die Studie wird von der Forschergruppe Diabetes der Technischen Universität München durchgeführt.

Rund 11 Jahre lang untersuchten die Forscher 1650 Kinder, von denen ein Elternteil unter Typ-1-Diabetes leidet. Während der Studiendauer wurden die Einflüsse von Umweltfaktoren beobachtet und dokumentiert. Kinder mit einer familiären Vorbelastung werden bei einem Kaiserschnitt einem erhöhten Risiko ausgesetzt an Diabetes zu erkranken als bei einer vaginalen Geburt. Bei einer Kaiserschnittentbindung wird die Struktur der kindlichen Darmflora verändert, das begünstige die Entstehung von Autoimmunität, wie die Forscher erklären. Die Studienteilnehmer wurden bis zu ihrem 12 Lebensjahr begleitet. Das Risiko an Diabetes zu erkranken, lag bei den Kindern die per Kaiserschnitt zur Welt kamen bei 4,8 Prozent. Bei Kindern mit einer natürlichen Geburt lag es nur bei 2,2 Prozent. Dabei spielten Faktoren wie eine Frühgeburt, eine Mehrlingsschwangerschaft oder Erstgeburt keine Rolle.

Kinder die das IFIH1-Gen haben (Interferon induces with helicase C domain 1) hatten sogar ein 3-mal höheres Risiko (9,1 Prozent) an Diabetes zu erkranken. Das IFIH1- Gen soll Virusinfektionen frühzeitig erkennen und ist für die Immunabwehr des Kindes zuständig. Durch eine Virusinfektion würde das Gen aktiviert werden, dass führt wiederum zur Ausschüttung von Interferon. Durch Interferon werden die Viren an ihrer Vermehrung gehindert aber auch die T-Helferzellen angelockt, welche Betazellen erkennen und zerstören könnten. Dies führe dann zum Auftreten einer Autoimmunreaktion.

„Eine Erklärung für diese Ergebnisse ist die Tatsache, dass die Entbindung per Kaiserschnitt auf die Beschaffenheit der kindlichen Darmflora und damit auf das Immunsystem einwirkt“, erklärt Prof. Anette-Gabriele Ziegler, Studien- und Forschergruppenleiterin. Die Darmflora von Kaiserschnitt-Kindern wies weniger Bifidobakterien auf. „Somit ähnelt die Darmflora dieser Kinder der gestörten Darmflora von Diabetikern“, erklärte die Studienleiterin weiter. Die Bifidobakterien sind die wichtigste Gruppe an nützlichen Darmbakterien im Körper. Sie sind in der gesunden Vagina zu finden und können bei einer natürlichen Geburt an den Säugling transportiert werden. Die Bakterien senken damit wahrscheinlich das Risiko an Diabetes zu erkranken. Die Aufgaben der Mikroorganismen sind vielfältig, vor allem dienen sie zur Bekämpfung von Keimen und anderen Schadstoffen, indem sie den Immunzellen im Darm wichtige Informationen zur Eliminierung der Erreger mitteilen.

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