Leseschwäche bei Kindern schon früh erkennbar
Eine Leseschwäche bei Kindern ist schon im Vorschulalter erkennbar. Die Schwäche soll sich im Gehirn überprüfen lassen. Das haben Nora Maria Raschle, Jennifer Zuk sowie Nadine Gaab, tätig an der Harvard Medical School Boston herausgefunden, wie "Welt Online" berichtet.
Im besten Fall kann diese Studie Kindern und deren Eltern helfen, an den Schulen mehr Anerkennung für die Leseschwäche zu bekommen. Immerhin sind 5 bis 17 Prozent aller Kinder von einer Leseschwäche betroffen, wie die Forscher erklären. Durch eine medizinische Diagnose der Dyslexie, der Fachbegriff für Leseschwäche, könnten Betroffene Unterstützung erhalten. Die Kinder sollen nicht nur schlecht lesen können, sondern auch schlecht buchstabieren. Außerdem sollen sie Gehörtes schlecht in Geschriebenes umsetzen und flüssig gesprochene Sätze schwerer dechiffrieren können.
Die Gehirne von 36 Kindern im Alter von durchschnittlich fünfeinhalb Jahren wurden untersucht. Dafür wurden die Kinder in einen Magnetresonanz-Tomographen gelegt. Die Magnetresonanz-Tomographie zeigt die Gehirnregionen an, welche bei einer Handlung besonders beteiligt sind. Bei Kindern bei denen Familienangehörige an Dyslexie leiden, wurde eine verringerte Aktivität der betroffenen Gehirnregionen festgestellt, im Vergleich zu Kindern ohne Familienvorgeschichte. Die betroffenen Regionen im Gehirn waren im Großhirn auszumachen. Der Occipital-Lappen und der Temporal- Lappen waren im Großhirn betroffen. Zudem wurde auch eine verminderte Aktivität zwischen dem Temporal- und Scheitel-Lappen identifiziert.
„Wir wussten bereits, dass ältere Kinder und Erwachsene mit Dyslexie Probleme in den gleichen Hirnregionen haben“, erklärte Nadine Gaab laut "Welt Online". „Diese Studie sagt uns, dass die Fähigkeit des Gehirns zur Verarbeitung von Sprachklängen bereits defizitär ist, bevor die Kinder eine Anleitung zum Lesen bekommen“, betont Gaab. Kinder, mit besonders hoher Aktivität in den Hirnregionen, können Klänge, Buchstaben oder auch den Rhythmus der Sprache, besser verstehen.
Die Forscher erhoffen sich durch die Identifizierung der Kinder im Vorschul- oder früherem Alter, welche ein Risiko für eine Leseschwäche haben, eine Reduzierung der sozialen und psychischen Folgen, mit denen Kinder oft konfrontiert werden. „Familien wissen oft bereits im Kindergarten, dass ihre Kinder Probleme haben, aber sie können damit in den Schulen keine Handlungen auslösen. Wenn wir nun nachweisen können, dass diese Kinder ein Problem haben, könnten Schulen dazu motiviert werden, Entwicklungsprogramme zu schaffen“, sagt Gaab gegenüber "Welt Online".
In den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaft, wurden die Ergebnisse der Forscher veröffentlicht. Die getesteten Kinder haben nur die Veranlagung zu einer Leseschwäche, ob sich diese auch entwickelt, soll in einer zweiten Studie untersucht werden. Dabei soll getestete werden, ob sich die prognostizierte Leseschwäche bei den Kindern wirklich eingestellt hat.
Über den Autor
Kathrin ist freie Journalistin und hat sich auf die Themen Gesundheit, Ernährung und Sport spezialisiert.


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