Mediziner: Salz wirkt wie eine Droge
Neue Forschungen haben bewiesen, dass durch Salz im Gehirn dieselben Genmuster angesprochen werden wie bei einer Drogensucht. Dabei ist es unter Medizinern umstritten, ob zu viel Salz den Körper krank macht und ob ein Leben ohne Salz vor Herzkrankheiten schützt.
Salz ist in der Chemie als Natriumchlorid (NaCl) bekannt und stellt einen der wichtigsten Stoffe des Lebens dar. Doch Salz soll für zu hohen Blutdruck verantwortlich sein. Zu viel des Minerals soll Herzinfarkte und Schlaganfälle auslösen. Aber die Experten sind sich nicht einig. Es gibt hunderte Studien, die den Zusammenhang zwischen einer erhöhten Salzeinnahme und den Blutdruck untersucht haben. Einige dieser Untersuchungen zeigen, dass der durchschnittliche Blutdruck einer Bevölkerung mit der Höhe der Salzzufuhr steigt. Dies lässt sich auch aus der Entwicklung der Finnen ableiten. Nach einer Aufklärungskampagne wurde innerhalb von 30 Jahren der Salzkonsum der Menschen um ein Drittel gesenkt. Als Folge sank ihr Blutdruck und die Zahl der Schlaganfälle und Herzinfarkte wurde niedriger, hingegen stieg die Lebenserwartung.
Ärzte stellten vor zwei Monaten aber einen anderen Zusammenhang fest. So sollen Menschen, die weniger Salz konsumieren, sogar ein höheres Risiko besitzen an Herz- und Gefäßleiden zu erkranken. Dieses Ergebnis schlossen sie aus einer Untersuchung mit 4000 Probanden. Eine höhere Salzzufuhr vergrößert nicht die Gefahr an Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu leiden.
Die Studie eines amerikanisch-australischen Forscherteams haben neue Erkenntnisse über Salz gewonnen. Bei Untersuchungen an Mäusen wurde festgestellt, dass der Drang nach Salz ein 100 Millionen Jahre alter lebenswichtiger Instinkt ist. Dieser Instinkt ist laut den Forschern die Grundlage für die Sucht nach Drogen. „Der Appetit auf Natriumsalze ist mit dem Durst auf Wasser vergleichbar. Ähnlich wie beim Stillen des Durstes bringt auch das Trinken einer salzigen Lösung dann schnelle Befriedigung“, erläutert der amerikanische Wissenschaftler Wolfgang Liedtke.
Moderne Drogen, wie Kokain bilden den Drang nach Befriedigung, indem sie auf alte Mechanismen im Körper setzen. „Schon früher haben einige Wissenschaftler vermutet, dass die Drogensucht Schaltkreise alter Instinkte nutzen könnte. Mit unserer Studie haben wir demonstriert, dass ein klassischer Instinkt, der Hunger nach Salz, die neuronale Organisation liefert, die von der Sucht nach Opiaten und Kokain zweitverwertet wird“, erklärt der australische Forscher Derek Denton.
Über den Autor
Sandra ist Journalistin und Marketing-Expertin in den Bereichen Ernährung, Gesundheit, Fitness und Sport.


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