Optimisten haben eine höhere Lebenserwartung
Optimisten haben eine höhere Lebenserwartung. Menschen die ihren Gesundheitszustand positiv einschätzen, sollen ein geringeres Sterberisiko haben. Schweizer Forscher haben in einer Studie herausgefunden, dass die Lebenserwartung von optimistischen Personen höher ist als von pessimistischen. Die Studienergebnisse wurden am Donnerstag in einer Pressemitteilung von der Universität Zürich veröffentlicht.
Eine negative Einschätzung der eigenen Gesundheit kann das Sterberisiko erhöhen. Das Sterberisiko von Männern mit einer negativen Einstellung zu ihrer Gesundheit war 3,3-Mal höher als das der gleichartigen Männer mit einer positiven Einstellung. Bei pessimistischen Frauen war das Sterberisiko um 1,9-Mal höher. Wissenschaftler des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich haben 8200 Teilnehmer über 30 Jahre hinweg zu ihrer Gesundheitseinstellung untersucht. Dabei haben sie festgestellt, dass Menschen die auf die Frage „Wie fühlen Sie sich im Allgemeinen“, die mit "sehr gut" geantwortet hatten, älter geworden sind, als die Personen deren Antwort „gut“ oder sogar negativ zum Beispiel „schlecht“ war.
Bei der Studie wurden auch Vorerkrankungen und Risikofaktoren mit bewertet. Umso überraschender war, dass Faktoren wie Rauchen oder Bluthochdruck nur eine geringe Wirkung auf das Verhältnis Gesundheitseinstellung und Sterberisiko hatte. Der Studienleiter Matthias Bopp erklärte, dass Raucher länger leben können, wenn sie Optimisten seien. „Unsere Resultate deuten darauf hin, dass Menschen, die ihre Gesundheit als sehr gut einschätzen, Eigenschaften haben, die ihre Gesundheit fördern und erhalten“, erklärt Bopps Kollegen der Präventivmediziner David Fäh. Zu diesen Eigenschaften könnte „eine positive Lebenseinstellung, eine optimistische Sichtweise der Dinge und eine grundsätzliche Zufriedenheit mit dem eigenen Leben gehören.“
Die Ergebnisse der Umfrage sollten Ärzte bei ihrem Diagnoseverfahren berücksichtigen. Nach Fäh wäre es angebracht, die Selbsteinschätzung eines Patienten zu dessen Gesundheit zu erfragen. Ärzte sollten Patienten immer nach ihrem Gesundheitsbefinden fragen. „Gute Ärztinnen und Ärzte sollten also nicht nur nach dem Vorhandensein von Risikofaktoren oder Krankheiten suchen, sondern auch prüfen, welche Gesundheitsressourcen ihre Patienten haben und diese gegebenenfalls fördern und festigen“, fordert David Fäh.
Über den Autor
Kathrin ist freie Journalistin und hat sich auf die Themen Gesundheit, Ernährung und Sport spezialisiert.


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