Pfifferlinge aus Märkten häufig verfault
Das NDR Wirtschafts- und Verbrauchermagazin "Markt" hat Pfifferlinge aus norddeutschen Discounter- und Supermärkten getestet. Dabei kam der zuständige Pilzexperte Georg Müller zu dem Ergebnis, dass sieben der insgesamt acht Proben bereits zum Verkaufszeitpunkt ungenießbar und damit gesundheitsgefährdend waren.
Der Großteil der Pfifferlinge stellte sich als verfault und teilweise sogar als verschimmelt heraus. Zwei der gekauften Proben waren komplett verdorben, also ohne einen einzigen essbaren Pilz. Pfifferlinge in solch schlechtem Zustand sind aber nicht nur unappetitlich, sondern auch ein Risiko für die Gesundheit. Werden stark verfaulte Exemplare verzehrt, kann es passieren, dass die Pilzbakterien ein hochgradig gefährliches Gift produzieren. Wird dieses vom menschlichen Körper aufgenommen, kann dies zu Bauchschmerzen, Erbrechen, Fieber, schweren Durchfallerkrankungen oder sogar zum Tod führen. Ein Risiko, dass die Discounter- und Supermärkte scheinbar unterschätzen: Bereits im vergangenen Jahr testete das "Markt"-Magazin Pfifferlinge und bemängelte sieben der damals zehn Proben. Die damals getesteten Märkte versprachen intensivere Eigenkontrollen, eine Sensibilisierung ihrer Mitarbeiter sowie bessere Lieferantenüberwachung. Verbessert hat sich, wie der aktuelle Test zeigt, seitdem nichts – im Gegenteil: Das Pfifferlingsangebot hat sich sogar noch um 17,5 Prozent verschlechtert. Pilzexperte Müller sei ein so schlechtes Testergebnis in seiner 30-jährigen Karriere zuvor nicht einmal untergekommen. Er fordert daher mehr und effektivere Kontrollen seitens der Behörden. Nur so sieht er eine Möglichkeit, Verbraucher vor gesundheitlichen Schäden durch eine Pilzvergiftung zu schützen. Denn Konsumenten können als Laien oft nicht erkennen, ob Pfifferlinge genießbar oder schon verfault sind.
Verbraucher, die auf Pfifferlinge nicht verzichten wollen, sollten beim Kauf und der Zubereitung darauf achten, dass die Pilze außen dottergelb und innen weiß sind. Um letzteres festzustellen, sollten die Pfifferlinge nie quer, sondern längs geschnitten werden. Genießbare Exemplare erkennt man zudem an einem Aprikosen ähnlichen Geruch. Verfaulte Pfifferlinge sind hingegen braun, wässrig, schleimig oder gar matschig. Weitere Indizien auf verdorbene Pilze sind schlechter Geruch sowie Ränder und Flecken an den Hüten.
Über den Autor
Kathrin ist freie Journalistin und hat sich auf die Themen Gesundheit, Ernährung und Sport spezialisiert.


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