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Psychopharmaka: Autismus durch verseuchtes Trinkwasser

Psychopharmaka im Trinkwasser könnten bei genetischer Veranlagung zu Autismus führen.

Psychopharmaka im Trinkwasser könnten Autismus auslösen. Nach Angaben US-amerikanischer Forscher haben bereits Experimente mit Fischen gezeigt, dass schon geringe Mengen Psychopharmaka im Wasser Autismus begünstigen. Diese Ergebnisse seien durchaus auf den Menschen übertragbar, wie „Welt Online“ berichtet.

Verunreinigtes Trinkwasser könnte für genetisch vorbelastete Menschen fatale Folgen haben. Schon kleine Reste von Psychopharmaka im Trinkwasser könnten das Risiko, an Autismus zu erkranken, stark erhöhen. Zu diesem Schluss kamen US-amerikanische Forscher, die bereits die Folgen von mit Psychopharmaka verseuchtem Trinkwasser auf die Gesundheit von Fischen untersucht haben. Die im Fachmagazin "PLoS ONE" veröffentlichte Studie hatte ergeben, dass bei den Fischen Gene aktiviert wurden, die sonst nur bei Autisten aktiv sind.

Die US-amerikanischen Wissenschaftler hatten das Aquariumwasser mit nur sehr kleinen Mengen von Medikamenten gegen Epilepsie und Depressionen versetzt. Die gemessenen Werte waren gegenüber den normalerweise in Abwässern vorherrschenden Werten nur leicht erhöht. Dies reichte jedoch schon aus, um eine veränderte Genaktivität hervorzurufen. Die Wissenschaftler schließen daraus, dass schon kleine Menge von Psychopharmaka in Abwässern oder Trinkwasser das Risiko für Autismuserkrankungen deutlich steigern könnten.

Michael Thomas von der Idaho State University School, Erstautor der Studie, zeigt sich sehr überrascht darüber, dass schon so niedrige Dosierungen der Medikamente Autismus auslösen können. Nach Angaben der Forscher lasse sich die bei den Fischen beobachtete Genaktivierung durchaus auf den Menschen übertragen. Die involvierten Gene stimmen nämlich mit denen von Personen überein, die eine Veranlagung für Autismus besitzen. Außer Gefahr seien jedoch Menschen ohne diese genetische Veranlagung. Das Erbgut dieser Menschen verfüge über eine andere Genvariante, berichten die Forscher laut „Welt Online“.

Die im Rahmen der Studie eingesetzten Konzentrationen der Medikamente seien laut Forscher mit der höchsten Kontamination in Gewässern gleichzusetzen. Die Werte von Trinkwasser seien deutlich geringer. Darin werden Abbauprodukte, also chemische Reaktionen der Mittel mit der Umwelt, jedoch nicht berücksichtigt. Ob diese Abbauprodukte und andere Psychopharmaka Autismus fördern, müsse in weiteren Untersuchungen erforscht werden.

Unter Autismus ist eine Entwicklungsstörung zu verstehen, die in den ersten drei Lebensjahren auftritt. Nach Angaben des Bundesverbands zur Förderung von Menschen mit Autismus tritt die Erkrankung durch Symptome in unterschiedlichen Bereichen zum Vorschein: In der Kommunikation, im sozialen Umgang mit Menschen und in sich stets wiederholenden Handlungen.

Über den Autor

Sabrina ist Redakteurin, legt viel Wert auf eine ausgewogene Ernährung und kocht am liebsten mit frischen Bio-Zutaten.

 
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