Studie: Weniger Frühgeburten durch Vitaminzufuhr
Frauen, die zu Beginn einer Schwangerschaft mehr Vitamine zu sich nehmen, haben ein geringeres Risiko, ein Frühchen oder unterdurchschnittlich kleines Baby zur Welt zu bringen. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der Universitäten von Pittsburgh (USA), Kopenhagen und Aarhus (Dänemark).
Das Forscherteam um Leiterin Janet M. Catov befragte 35 897 schwangere Frauen in Dänemark über deren Ernährung, Gewicht sowie deren Vitaminzufuhr durch Präparate während eines zwölfwöchigen Zeitraums, begonnen vier Wochen vor der letzten Periode. Dabei wurden auch Häufigkeit und Zeitpunkt der Zufuhr – also ob die Ergänzungsmittel vor oder nach der Empfängnis eingenommen wurden – berücksichtigt.
Gesundheitsexperten haben werdenden Müttern von zusätzlichen Vitaminen bislang abgeraten, da befürchtet wurde, dass dies dem Kind schaden könne. Die Ergebnisse der Studie widersprechen dem: 4,3 Prozent der Frauen, die vier bis sechs Wochen lang zusätzliche Vitamine zu sich nahmen, hatten eine Frühgeburt. Bei Schwangeren, die gänzlich auf Präparate verzichteten, war die Frühchen-Rate höher – 5,3 Prozent brachten ihr Kind vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt. Zudem waren die Babys der auf zusätzliche Vitamine verzichtenden Frauen oftmals deutlich kleiner als ein durchschnittliches Neugeborenes. Diese Ergebnisse fanden sich auch nach spezieller Berücksichtigung des gesamten Ernährungsverhaltens und gesundheitsschädigender Angewohnheiten wie Rauchen. Allerdings traten die Zusammenhänge zwischen Vitaminzufuhr und Frühgeburten nur bei normalgewichtigen Frauen auf. Die genauen Ursachen für diesen Befund sind unklar. Forschungsleiterin Janet M. Catov und ihr Team vermuten jedoch, dass bei unter- und übergewichtigen Frauen die Nährstoffe anders aufgenommen werden als bei normalgewichtigen.
Die befragten Frauen, die regelmäßig eine erhöhte Vitaminzufuhr aufwiesen, waren generell auch die gesünderen. Die Wissenschaftler schränken daher die Übertragbarkeit ihrer Ergebnisse ein, da nicht nachweisbar ist, inwieweit das verringerte Risiko der Frühgeburten auf die zusätzlichen Vitamine zurückzuführen ist bzw. welche Rolle der gute Gesundheitsstand der Mütter spielte. Es gibt zudem noch zu wenige wissenschaftliche Untersuchungen bezüglich der Wirkung von Vitaminen auf die Gesundheit eines Babys. Aus diesen Gründen raten die Forscher Eltern, die ein Kind planen, vorerst auch noch von einer stark erhöhten Vitaminzufuhr ab.
Über den Autor
Kathrin ist freie Journalistin und hat sich auf die Themen Gesundheit, Ernährung und Sport spezialisiert.


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