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Vitamin-D-Mangel durch Verschleierung

Vitamin-D-Mangel durch Verschleierung

Laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts führen eine starke Verhüllung des Körpers sowie ein zu dunkler Teint bei Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland zu einem Mangel an Vitamin D. Dies bringt auch gesundheitliche Folgen mit sich, beispielsweise an Zähnen und Knochen, für die der Nährstoff essentiell ist.

Vitamin D wird vom Körper selbst gebildet und kann ihm kaum durch Nahrung zugeführt werden. Wichtig für die Bildung ist ein gewisses Maß an Sonneneinstrahlung auf die Haut, weshalb der Nährstoff auch als Sonnenscheinvitamin bezeichnet wird. Wer selten draußen ist oder seinen Körper durch Tücher und Kleidung stark bedeckt, kann nicht genug Sonne aufnehmen und dadurch auch kein Vitamin D bilden. Eine über drei Jahre hinweg geführte, repräsentative Untersuchung von Kindern und Jugendlichen bis 17 Jahren belegt dies. Ähnliches gelte nach Aussage der Studienleiterin Christa Scheidt-Nave auch für Menschen mit Migrationshintergrund: Personen aus Ländern mit hoher Sonneneinstrahlung haben als natürlichen Sonnenschutz eine dunkle Haut. Hier in Deutschland benötigen sie eine sechsmal stärkere Sonneneinstrahlung als Menschen mit heller Haut, um entsprechend viel Vitamin D zu bilden. So zeigte sich im Rahmen der Studie, dass 30 Prozent der Kinder mit Migrationshintergrund unter einem teils sehr starken Vitamin-D-Mangel litten. Doch gerade für Kinder ist das Vitamin wichtig, um ein gesundes Wachstum zu garantieren.

Betroffen sind gemäß den Forschungsergebnissen auch Frauen, die sich aus religiösen Gründen stark verschleiern. Da der gesamte Körper bedeckt ist, hat die Haut keinerlei Möglichkeit, Sonne aufzunehmen und Vitamin D zu bilden. Islamverbände haben bislang distanziert auf diese Befunde reagiert: Sie fürchten, die Ergebnisse könnten zur Einschränkung der religiösen Ausübung missbraucht werden, beispielsweise für ein Verbot der Burka. Die Ergebnisse sollten daher wirklich nur aus medizinischer Sicht, also als gesundheitliche Kritik, angesehen werden, betonte der Mediziner Ali Ihsan Ünlü, der auch Generalsekretär der Deutsch-Türkischen Islamischen Anstalt für Religion ist.

Die Studie des Robert-Koch-Instituts hat nichtsdestotrotz einen völlig neuen Ansatzpunkt in der Medizin entdeckt: Laut den Wissenschaftlern wurde bislang in entsprechenden Fällen kein Mangel an Vitamin D nachgewiesen, da Ärzte verschleierte oder dunkelhäutige Menschen nicht als entsprechende Risikogruppe betrachtet haben. Dabei sollte eine Unterversorgung mit dem Sonnenscheinvitamin nicht unterschätzt werden. Ein Mangel kann die Zahn- und Knochengesundheit beeinträchtigen sowie zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs führen. Ein gewisses Maß an Sonneneinstrahlung ist also wichtig für den Körper. Schützen sollte man seine Haut vor gefährlicher UV-Strahlung aber dennoch, um Melanomen vorzubeugen.

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