Gesunde Ernährung: So kommen Kinder auf den Geschmack
"Wie bringe ich meinem Kind eine abwechslungsreiche Ernährung bei?" Diese und weitere Fragen stellen sich viele Eltern. Oft sind Erwachsene überfordert und wissen nicht, wie sie ihrem Baby oder Kind eine möglichst gesunde und abwechslungsreiche Ernährung bieten können, die den Kleinen gleichzeitig auch noch schmeckt. Denn meistens kommen Kinder einfach nicht auf den Geschmack.
Dabei gibt es oft Missverständnisse. Gerade Babys schmecken viel feiner und mehr als man vielleicht glaubt. Neugeborene trinken zunächst nur süße Milch, so dass die Geschmacksvorliebe "süß" beim Menschen bereits in der Wiege liegt. Kein Wunder also, wenn Babys alles salzige, saure und bittere ablehnen. Wichtig ist daher, dass Kinder lernen, dass nicht nur Süßes schmeck. Da ein gut entwickelter Geschmackssinn die beste Gewähr für eine gesunde Ernährung ist, sollte man sein Kind von klein auf an verschiedene Geschmacksrichtungen gewöhnen.
Spätestens ab dem 7. Lebensmonat reicht Milch allein nicht mehr aus, um den steigenden Energiebedarf eines Kindes zu decken. Nach Brei vom Löffel haben Kinder gegen Ende des 1. Lebensjahres einen so harten Kiefer, dass es auch nur mit wenigen Zähnen möglich ist, bereits feste und nicht länger nur pürierte Nahrungsmittel zu essen. Genau dann ist die Zeit gekommen, die Ernährung allmählich auf normale Kost umzustellen.
Einige wertvolle Tipps, wie Babys und Kinder dann schnell auf den richtigen Geschmack kommen, gibt die Techniker Krankenkasse (TK):
Tipp 1: Eltern sollten den Speiseplan ab dem 1. Lebensjahr einfallsreicher gestalten. Dazu geeignet sind vor allem Kartoffeln als Brei, Backkartoffeln, Apfelscheiben oder Mus sowie Karotten und Gurken mit einem Dip aus Joghurt und Kräutern.
Tipp 2: Die Nahrung für Kleinkinder sollte wenn möglich immer frisch zubereitet sein. In Fertiggerichten befinden sich Zutatenmischungen und Verstärker, die einen intensiveren Geschmack vortäuschen. Essen sollte aber abwechslungsreich und ausgewogen sein, weshalb die Zutaten und der Geschmack auch mal variiert werden sollten.
Tipp 3: Kinder sollten anstelle von Süßigkeiten keine gesüßten Alternativen wie Rosinen, Süßkirschen oder Trockenobst bekommen.
Tipp 4: Häufiges Probieren ist das Zauberwort. Um Kinder an neue Geschmacksrichtungen heranzuführen, sollten Kinder immer zum Kosten ermutigt werden. Auch wenn der erste Versuch nicht akzeptiert wird: Nicht aufgeben!
Tipp 5: Das Auge isst mit, auch bei Babys und Kindern. Ein bunter Obst- und Gemüseteller in Form einer Sonne oder eines lustigen Gesichts kommt deutlich besser an als ungeschnittene und lieblos auf den Teller gelegte Kost.
Tipp 6: Kinder müssen zur Ernährung eine positive Verbindung aufbauen. Dies kann durch das eigene Pflanzen von Gemüse oder bei der Mithilfe beim Zubereiten von Speisen geschehen.
Tipp 7: Essen in Gemeinschaft fördert die Neugier. Bei einer fröhlichen Tischrund hat schon so manches Kind Lebensmittel probiert, die es sonst kaum angerührt hätte.
Tipp 8: Kinder lernen von ihren Eltern. Erwachsene sollten daher ein gutes Vorbild sein und sich ebenfalls gesund ernähren.
Tipp 9: Zwang ist der falsche Weg. Wer sein Kind dazu zwingt, Dinge zu essen, die es absolut nicht mag, kann selten darauf hoffen, dass es diese später isst.
Wir wünschen gutes Gelingen!
Bildnachweise - Foto 1: Techniker Krankenkasse
Über den Autor
Sebastian ist Chef-Redakteur von Yazio.de. Er ist mit allen Formen gesunder Ernährung bestens vertraut.


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