Glyx-Diäten - die große Diät-Analyse, Teil 4.
Es gibt viele Diäten, die uns eine Traumfigur innerhalb kürzerster Zeit versprechen. Einige Diäten schwören sogar darauf, abzunehmen ohne darauf zu achten was und wie viel man isst. Im vierten Teil unserer Serie "Die große Diät-Analyse" geht es um die Glyx-Diät, bei der nur auf Kohlenhydrate geachtet wird. Der Begriff Glyx ist die Abkürzung für "glykämischer Index" (GI). Dieser gibt an, wie schnell kohlenhydrathaltige Lebensmittel im Körper verdaut und später als Zucker in das Blut abgegeben werden.
Nimmt man kohlenhydrathaltige Lebensmittel auf, so erfolgt ein Anstieg des Blutzuckers. Dies hat zur Folge, dass Insulin ausgeschüttet wird, um den Zucker aus dem Blut abzubauen. Ist der Vorgang erfolgt, so sinkt der Insulinspiegel. Ist der Blutzuckergehalt besonders hoch, so steigt auch der Insulinspiegel. Die Folge ist, dass man dadurch schneller wieder Hunger bekommt. Man unterscheidet zwischen "guten" und "schlechten" Kohlenhydraten. "Gute" Kohlenhydrate kommen in Milchprodukten, Gemüse, Obst und Vollkornprodukten vor und haben einen niedrigen glykämischer Index. Diese Produkte lassen den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen. Zu den "schlechten" Kohlenhydraten zählen Traubenzucker, Weißbrot und polierter Reis. Sie lassen den Blutzuckerspiegel und somit die Insulinausschüttung schnell ansteigen.
Sinn der Glyx-Diät ist es also, die "guten" Kohlenhydrate zu verzehren und die "schlechten" zu ignorieren bzw. ihnen nur eine sehr geringe Aufmerksamkeit zu schenken.
Wissenschaftlich nicht haltbar
Nach Meinung der "Deutschen Gesellschaft für Ernährung" darf der glykämischer Index für eine Diät nicht alleine betrachtet werden, da nicht nur Kohlenhydrate Einfluss auf den Blutzuckerspiegel haben sondern auch Faktoren wie Flüssigkeitsgehalt, Temperatur, Fett- und Ballaststoffgehalt. Durch das regelrechte Ignorieren der Energie- und Fettzufuhr gelten Glyx-Diäten bei den Wissenschaftlern als nicht vertretbar. Da energiereiche Lebensmittel einen niedrigen GI-Wert haben, ist die Wahrscheinlichkeit sogar höher, dass mehr Kalorien aufgenommen werden, als benötigt. Dies führt aber eher zu einer Gewichtzunahme als zu einer Abnahme.
Aussagen, nach dem Heißhunger bei einem starken Abfall des Insulinspiegels auftritt, sind wissenschaftlich nicht erwiesen. Ebenso umstritten ist die Behauptung, dass ein hoher Insulinspiegel zur Fettspeicherung und nicht zum Fettabbau führt. Wer sich einer Glyx-Diät bedient, sollte daher nicht nur auf den glykämischer Index achten, sondern auch auf den Energiegehalt sowie den Fett- und Ballaststoffgehalt der Lebensmittel. Nur so kann ein guter Grundstein für eine Ernährungsumstellung gelegt werden.
Die Vollweib-Diät
Die Vollweib-Diät ist eine der bekanntesten Glyx-Diäten. Die Diäterfinderin Christine Neubauer beschreibt in ihrem Buch, wie man durch fünf Regeln (mit Lust essen, wenig Fett, kaum Zucker, kein Weißmehl und regelmäßige Bewegung) gesund abnehmen kann. Dabei verspricht sie keine Zauberei. Stattdessen soll man sich einfach wohlfühlen, so wie man is(s)t. Ihr Programm ist für eine dauerhafte Ernährung geeignet, da es aus einer abwechslungsreichen, fettarmen Mischkost, gemischt mit sportlicher Tätigkeit besteht. Ernährungswissenschaftler kritisieren jedoch, dass Milchprodukte vernachlässigt werden und das Sportprogramm veraltet ist.
Essen gehen und dabei abnehmen
Auf den ersten Blick klingt das Programm "Essen gehen und dabei abnehmen" zwar gut, aber wer näher hinschaut, der erkennt einige Unvollständigkeiten. Erfinder dieser ungewöhnlichen Diät, Michel Montignac, behauptet, dass man "sehr gute" Kohlenhydrate mit beliebig viel Fett und Eiweiß kombinieren kann. "Gute" Kohlenhydrate sollten hingegen nicht mit Fett verzerrt werden. Von "schlechte" Kohlenhydraten rät er – wie bei Glyx-Diäten typisch – ganz ab. Zudem lehnt Montignac Sport vollkommen ab und deklariert es gar als ungesund. Dies ist medizinisch und ernährungswissenschaftlich aber absolut nicht vertretbar.
In der 5. Ausgabe unserer Diät-Analyse wollen wir uns ausführlich mit Low-Carb-Diäten beschäftigen. Dazu zählen unter anderem die neue Atkins-Diät, die South-Beach-Diät sowie die so genannte Logi-Methode.
Bildnachweise - Foto 1: photocase.com © emma75, Foto 2: photocase.com © monarchin5
Über den Autor
Nadja arbeitet als Diätassistentin. Sie ist Expertin in den Bereichen Diäten, Bluthochdruck und Diabetes.


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