Interview: Essen und Trinken gegen Burnout
Bei Konzentrationsstörungen, ständiger Frustration, Müdigkeit und Überbelastungen heißt die Diagnose oft "Burnout!". Zu Deutsch "ausgebrannt sein", ist Burnout ein Zustand der totalen Erschöpfung, der sich in Niedergeschlagenheit, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Versagensängsten oder in körperlichen Funktionsstörungen äußern kann. Wie man Burnout erkennt und was man dagegen tun kann, verrät Ernährungsexpertin Ulrike Tanzer in ihrem Ratgeber "Essen und Trinken gegen Burnout: Tipps & Rezepte". Für uns stand die Buchautorin in einem interessanten Interview Rede und Antwort:
Yazio.de: Hallo Ulrike, stelle Dich unseren Lesern bitte kurz vor.
Ulrike: Ich bin Diplom-Ökotrophologin, das heißt, ich habe Haushalts- und Ernährungswissenschaften an der TU Weihenstephan mit Schwerpunkt Präventivmedizin studiert. Als Mitarbeiterin einer Projektagentur für Bildungsmedien war ich unter anderem für die Konzeption und Umsetzung von Ernährungsworkshops verantwortlich. Heute lebe und arbeite ich als Redakteurin und freie Autorin in Köln. In meiner redaktionellen Tätigkeit habe ich mich besonders auf die Ressorts "Ernährung" und "Gesundheit" spezialisiert.
Yazio.de: Du gibst in Deinem Buch vor allem Tipps und Tricks für eine gesunde Ernährung und stellst leckere Anti-Burn-Out-Rezepte vor, doch was ist Burnout eigentlich?
Ulrike: Burn-out bedeutet wörtlich übersetzt "ausgebrannt sein". Menschen, die unter diesem Syndrom, dieser Krankheit leiden, sind geprägt von völliger geistiger und körperlicher Erschöpfung. Jeder Mensch, von der Hausfrau bis zum Spitzenmanager, kann davon betroffen sein. Burn-out entsteht langsam und über einen langen Zeitraum hinweg, erste Anzeichen können sich durch ständige Müdigkeit oder schnelles Genervt-Sein zeigen. Häufig wird die Ernsthaftigkeit dieser Beschwerden so lange ignoriert, bis körperliche Leiden wie z. B. permanent starke Kopfschmerzen auftreten.
Yazio.de: Und wie kann ich Burnout erkennen?
Ulrike: Die ersten Anzeichen eines Burn-outs sind oft nur schwer zu erkennen – denn gestresst ist schließlich in der heutigen Zeit fast jeder einmal! Auch Schlaflosigkeit und Kopfschmerzen sind dabei nicht ungewöhlich. Es gibt viele verschiedene Anzeichen, die auch nicht bei jedem Betroffenen auftreten: Fehlende Erholungszeiten, hohes Engagement oder das Gefühl, nie Zeit zu haben, können ebenso zu einer schleichenden Erkrankung beitragen wie Unzufriedenheit im Job, das Gefühl der inneren Leere oder Schwierigkeiten mit der Konzentration. Oft ziehen sich erschöpfte Menschen auch aus dem sozialen Leben zurück, aus Familie und Freundeskreis.
Yazio.de: Dein Selbsttest im Buch hat mir gezeigt, dass ich an Burnout leide. Was kann ich dagegen tun?
Ulrike: Zunächst einmal solltest du dich bewusst dazu entschließen, deine Situation zu verändern. Dazu gehört vor allem, die Ursachen des Burn-outs herauszufinden und diese auszuschalten. Der Körper braucht in dieser Phase vor allem Erholung und Ruhe. Nimm eine Aus-Zeit, schlaf dich mal richtig aus, mach Urlaub, besuche einen Yoga-Wochenendkurs oder verbringe Zeit mit deinen Freunden. Mach dir vor allem bewusst, wie dein Alltag sich in Zukunft verändern soll. Mehr Bewegung, genügend Schlaf, ausgewogene Ernährung und Zeit zum Entspannen sind die besten Garanten für eine Umstellung von eingefahrenen Gegebenheiten. Wenn sich dein persönliches Gleichgewicht nicht bessert, solltest du allerdings einen Arzt oder einen Therapeuten aufsuchen. Denn wahrscheinlich gibt es auch bereits körperliche Beschwerden, die nur medizinisch in den Griff gebracht werden können.
Yazio.de: Und wie schaffe ich es letztendlich meinen stressigen Alltag wieder zu regulieren und mich gleichzeitig wieder gesünder zu ernähren?
Ulrike: Das Wichtigste ist ein persönlicher Zeitplan, in dem sowohl Arbeitszeiten als auch Termine mit Freunden, der Familie aber auch Hobbys (z. B. Sport oder Yoga) stehen. Hier sollten auch Entspannungsphasen und ausreichend Schlaf berücksichtigt sein! Halte dich unbedingt an diese Eintragungen. Denke auch an dich selbst, an deine Bedürfnisse, und sag auch einmal "nein"! Bedeutend ist auch, sich bei der Arbeit wohl zu fühlen. Vielleicht gibt es ja eine Möglichkeit, an den Arbeitsbedingungen etwas zu ändern? Zu guter Letzt ist natürlich ein gesunder Lebensstil das A und O. Ernähre dich bewusst 5x am Tag gesund, vitamin- und ballaststoffreich mit viel Obst und Gemüse, treib regelmäßig Sport, verzichte so gut es geht auf Nikotin, Alkohol und Süßigkeiten und schlafe ausreichend. So kann man am besten die gefährlichen Stressoren aus dem Weg räumen.
Yazio.de: Möchtest Du unseren Lesern zum Schluss noch etwas empfehlen?
Ulrike: Gesundheit ist das wertvollste Gut, das wir Menschen haben. Achtet deshalb genau auf euren Körper, auf die Signale, die er aussendet, denn er weiß am besten, was er braucht. Gönnt euch täglich ausreichend Erholung und Entspannung ohne schlechtes Gewissen – und wenn es nur 5 Minuten sind, in denen ihr in alten Erinnerungsfotos schmökert oder euren duftenden Lieblingstee genießt.
Yazio.de: Vielen Dank für das interessante Gespräch.
Detailierte Informationen über das Burnout-Syndrom, wie Du es anhand von körperlichen Anzeichen oder einem Selbsttest erkennen kannst und wie Du dank gesunder Ernährung stressfrei durch den Alltag kommst, liest Du im Ratgeber "Essen und Trinken gegen Burnout: Tipps & Rezepte" von Ulrike Tanzer.
Über den Autor
Sebastian ist Chef-Redakteur von Yazio.de. Er ist mit allen Formen gesunder Ernährung bestens vertraut.


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