- Teil 1. - Ich will abnehmen
- Teil 2. - Trennkost-Diäten
- Teil 3. - Low-Fat-Diäten
- Teil 4. - Glyx-Diäten
- Teil 5. - Low-Carb-Diäten
- Teil 6. - Formula-Diäten
- Teil 7. - Fazit
Low-Carb-Diäten - die große Diät-Analyse, Teil 5.

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Unsere Erfolgsserie geht weiter - nach dem wir in unserem vierten Teil über Glyx-Diäten berichtet haben, wollen wir euch nun über Low-Carb-Diäten aufklären. Im Mittelpunkt dieser Diätform stehen vor allem Kohlenhydrate, dessen tägliche Zufuhr deutlich reduziert werden soll. Davon betroffen sind aber größtenteils nur die "schlechten" Kohlenhydrate – ähnlich wie bei der Glyx-Diät. Erlaubt ist vor allem viel Obst und Gemüse sowie Milchprodukte, Fisch und Fleisch.
Fleisch statt Kohlenhydrate? Richtig gelesen! Fleisch nimmt bei Low-Carb-Diäten einen höheren Stellenwert ein als kohlenhydratarme Kost. Der Brennstoff Kohlenhydrat wird sozusagen mit dem Brennstoff Fett ausgetauscht. Man kann sagen, die allzu bekannte Ernährungspyramide steht auf dem Kopf. Der Körper erhält seine Energie über Einfachzucker, der über die Nahrung aufgenommen wird. Kohlenhydrate bestehen aus unterschiedlichen Kohlenstoffketten. Kurze Kohlenstoffketten (z.B. Traubenzucker) werden direkt aufgenommen und verwertet ohne umgewandelt zu werden. Die Spaltung längerer Ketten, die z.B. in Getreide oder Kartoffeln enthalten sind, fällt dem Verdauungssystem aber nicht besonders schwer.
Fette bestehen ebenfalls aus Kohlenstoffmolekülen. Diese haben eine bestimme Länge, sodass der Körper viel Energie braucht, um diese in eine verwertbare Form umzuwandeln. So wird beim Abbau von Fetten mehr Energie gebraucht, als bei der Spaltung von Kohlenhydraten - auch wenn Fette eine höhere Energiedichte haben. Wird nun auf Kohlenhydrate verzichtet, erzeugt der Körper eine sogenannte Ketose. Hierbei werden Fettreserven in der Leber in körpereigene Einfachzucker umgewandelt. Der Körper muss seine eigenen Reserven verwerten und durch den Verbrauch des Energiespeichers schwinden die Pfunde.
Nur auf den ersten Blick überzeugend
Verfechter der Low-Carb-Diät sind davon überzeugt, dass eine kohlenhydratarme Ernährung Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht und Diabetes mellitus verhindern können. Eine kohlenhydratreiche Kost bewirkt eine häufige Insulinausschüttung und soll auf Dauer eine Insulinresistenz bewirken. Positiv ist ebenfalls, dass Nährstoffe in dem Sinne nicht fehlen, da sie entweder vom Körper selbst hergestellt werden (Kohlenhydrate) oder durch die Nahrung aufgenommen werden (Fette und Eiweiße).
Doch wie bei vielen anderen Diäten auch, hat auch die Low-Carb-Diät Schattenseiten. Wissenschaftliche Studien haben belegt, dass eine kohlenhydratarme und fettreiche Kost zu Fettablagerungen in den Arterien führen kann. Folglich kann das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko ansteigen. Weitere, aber noch unerforschte Auswirkungen auf dem Körper sind u.a. Schädigung der Niere, Gicht, Muskelkrämpfe und Schwächeanfälle. Einige Forscher behaupten ebenfalls, dass so auch unreine Haut hervorgerufen werden kann.
"Außerdem ist die spezifisch dynamische Wirkung von Proteinträger besonders groß. Das heißt, dass Proteine einen besonders hohen Energieaufwand im Stoffwechselprozess hervorrufen. Fette und fettreiche Lebensmittel haben eine hohe Energiedichte. Das ist für die Bekämpfung von Übergewicht ungünstig", kommentiert Buchautor und Diätassistent Sven-David Müller.
Die Atkins-Diät
Die Atkins-Diät ist wohl die wohl bekannteste Low-Carb-Diät und wird immer wieder in Zeitschriften und Magazinen angepriesen. Bei ihr wird vollkommen auf Obst und Getreide verzichtet und stattdessen auf viel Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte zurückgegriffen. Die fehlenden Vitamine und Mineralstoffe werden durch Pillen ersetzt. Jedoch werden mehr Vitamine und Mineralstoffe aufgenommen als benötigt. Die Atkins-Diät ist kaum umsetzbar, weshalb die Abbruchrate sehr hoch ist. Eine etwas entschärfte Diät ist die South-Beach-Diät. Auch wenn die Fettaufnahme etwas geringer ist, fehlen auch hier Obst, Gemüse und Ballaststoffe völlig. Ebenso wie bei der Atkins-Diät wird auf Sport nicht zusätzlich eingegangen.
Auch Diätexperte Sven-David Müller sieht Low-Carb-Diäten kritisch: "Atkins ist Tod und immer mehr Studien beweisen, dass in Low-Carb-Diäten wie Logi keinen entscheidenden Vorteil vor anderen Diätkostformen darstellen. Es ist eben nicht logisch Kohlenhydrate aus der Ernährungsweise (weitgehend) auszuschließen. Außerdem ist es kompliziert und nicht logisch, kohlenhydratreduziert zu essen. Unser Organismus ist auf Kohlenhydrate einfach angewiesen, um optimal zu funktionieren." Müller empfiehlt stattdessen eine sättigende Reduktionskost mit 1.400 bis 1.800 Kalorien, die ausreichend Protein, wenig gesättigte Fettsäuren und Zucker sowie relativ viele Ballaststoffe aus Gemüse, Frischobst, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten enthält.
"Meta-Analysen von Studien zeigen, dass es bei der Beherrschung der Übergewichtsproblematik insbesondere um die Kalorienbeschränkung geht und die Intensivierung der Muskelaktivität. Der Nährstoffrelation kommt scheinbar eine geringere Bedeutung zu, als über einige Jahre vermutet wurde", begründet Müller weiter. Insgesamt sei die wissenschaftliche Diskussion aber noch lange nicht abgeschlossen.
In der 6. Ausgabe und vorletzten Diät-Analyse gehen wir ausführlich auf Formula-Diäten ein. Zu den bekanntesten Formula-Diäten gehört unter anderem auch Slim Fast.

