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Trennkost - die große Diät-Analyse, Teil 2.

Trennkost - die große Diät-Analyse, Teil 2.

Im zweiten Teil unserer Serie "Ich will abnehmen - die große Diät-Analyse" beschäftigen wir uns ausführlich mit dem Thema Trennkost. Nach der vom amerikanischer Arzt Dr. Howard Hay entwickelten Diätform müssen bei der Trennkost eiweiß- und kohlenhydratreiche Nahrungsmittel voneinander getrennt verzehrt werden. Als Grundlage dient die Annahme, dass der Magen nicht in der Lage ist, beide Nährstoffe gleichzeitig zu verdauen und es zu einer gleichzeitigen Bildung von Säuren und Basen kommt. Das wiederrum führe dazu, dass die überschüssige Energie schneller in Form von Fett im Körper abgelagert wird, so die Hay'sche Theorie.

Das Hay'sche-Trennkostprinzip
Hay geht also davon aus, dass es durch die gemeinsame Aufnahme von Eiweiß und Kohlenhydraten zu einer Übersäuerung des Körpers kommt, was es durch die getrennte Einnahme zu verhindern gilt. Der Mediziner empfiehlt, Kohlenhydrate morgens und abends und Eiweiß mittags zu essen. Dafür erfolgt eine Einteilung in drei Gruppen: Zur Kohlenhydratgruppe zählen vor allem Getreideprodukte, Brot, Kuchen, Nudeln aber auch Kartoffeln, Reis, Bananen und Süßungsmittel. In die Eiweißgruppe gehören Fleisch, Fisch, Milch sowie die meisten Milchprodukte mit einem Fettanteil unter 50%. Schlussendlich bilden Gemüse, Salate, Öle und Milchprodukte mit mindestens 60% Fettanteil die Gruppe der neutralen Lebensmittel.

Die Zusammenstellung der drei Hauptmahlzeiten erfolgt mit Hilfe spezieller Tabellen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf basischer Nahrung (80%). Dazu gehören Obst, Gemüse und Vollkornprodukte. Säurehaltige Lebensmittel (Milchprodukte, Fleisch, Fisch, Käse, Zucker) machen nur 20% der Ernährung aus. Neutrale Lebensmittel - wie oben genannt - können mit beiden Gruppen nach Belieben kombiniert werden. Kalorien werden jedoch nicht gezählt. Wer sich mit den Trennkostregeln auseinander setzt, wird aber schnell feststellen, dass diese Diätform zum Großteil auf eine vegetarische Ernährungsweise setzt und bekannte Dickmacher wie Pommes, Spaghetti, Hamburger oder Schweinebraten wegen der verbotenen Kombination aus Kohlenhydraten und Eiweiß wegfallen.

Wissenschaftlich nicht haltbar
Ernährungswissenschaftlich nachvollziehbar ist die Trennkost-Diät nach Hay allerdings nicht. Sie entbehrt jeglicher Grundlage, da die der Diät zugrunde liegenden Theorien medizinisch mittlerweile widerlegt sind. So ist der Magen oder vielmehr der Dünndarm sehr wohl in der Lage, Kohlenhydrate und Eiweiße gleichzeitig zu verdauen. Aktuelle Studien gehen sogar davon aus, dass die Kombination beider Nährstoffe die biologische Wirksamkeit von Eiweiß erhöht. Außerdem ist die Trennung unrealistisch, da die meisten Nahrungsmittel beide Nährstoffe enthalten.

Entsprechend falsch ist auch Hays Annahme, dass es durch die gleichzeitige Einnahme von Kohlenhydraten und Eiweißen zu einer Übersäuerung des Körpers kommt. Zwar kann der pH-Wert des Körpers ernährungsbedingt kurzzeitig absinken, was bei ausgewogener Ernährung durch Selbstregulatoren jedoch sehr schnell wieder ausgeglichen wird. Eine anhaltende Übersäuerung tritt in der Regel nur beim Fasten, Hochleistungssportlern oder bei Stoffwechselstörungen auf. Problematisch ist auch der durch die Trennkost hervorgerufene Mangel an verschiedenen Mineralstoffen wie Calcium, Eisen sowie Vitaminen der B-Gruppe.

Abnehmen durch Lerneffekte
Die Trennkost-Diät weist aber durchaus auch positive Seiten auf. So wird durch das Befolgen der Trennkostregeln eine ballaststoffreiche, fett- und fleischarme Ernährung mit einem großen Anteil an Gemüse und Obst gefördert. Ernährungswissenschaftler gehen daher davon aus, dass die Gewichtsreduktion nicht aufgrund der Trennkost, sondern wegen der gesunden Mischkost und der geringen Cholesterin- und Fettaufnahme stattfindet. Die Empfehlung, den Fleischkonsum zu reduzieren wird auch von der Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) begrüßt.

Mehr Infos zu Trennkost-Diäten

In der 3. Ausgabe unseres Dossiers werden wir uns ausführlich mit Low-Fat-Diäten beschäftigen. Dazu zählen unter anderem die Programme von Weight Watchers, die Brigitte-Diät, die Mittelmeerdiät sowie der FdH-Ansatz (Friss die Hälfte).

Bildnachweise - Foto 1: photocase.com © emma75, Foto 2: photocase.com © iorgos

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