Phenylalanin
Foto: photocase.com © himberry
Die Aminosäure Phenylalanin (kurz: Phe oder F) ist für den Menschen essentiell und kann nicht selber vom Körper produziert werden, so dass Phenylalanin mit der Nahrung aufzunehmen ist. Sowohl in pflanzlichen als auch in tierischen Proteinen kommen Phenylalanine vor. Wichtig sind Phenylalanine bei der Synthese der körpereigenen Proteine (Insulin, Thyroxin oder Melanin). Zudem werden mit Hilfe dieser Aminosäure Schadstoffe über Niere und Blase ausgeschieden. Die natürliche L-Form der Aminosäure soll die Gedächtnisleistung verbessern, die sexuelle Erregung fördern sowie Hungergefühle minimieren. L-Phenylalanin soll zudem Depressionsanfälle lindern und bei chronischer Müdigkeit helfen können. Der menschliche Körper baut L-Phenylalanin zu Norepinephrin und Dopamin um. Besteht Phenylalanin zu gleichen Teilen aus der natürlichen, biosynthetischen L-Form und der synthetisch hergestellten D-Form wird es DLPA genannt und wirkt als Schmerzmittel bei Migräne, Beinkrämpfen und chronischen Schmerzen. Für Phenylketonurie (PKU)-Erkrankte ist dies jedoch ungeeignet. Bei PKU-Erkrankten zeigen sich Phenylalanin Nebenwirkungen am stärksten. Die seltene Krankheit entsteht dadurch, dass dem Betroffenen das Enzym fehlt, um Phenylalanin zu verdauen. Die Betroffenen leiden beispielsweise unter Vergiftungserscheinungen. Bei Kindern kann sich deren Entwicklung zeitlich verzögern und Erwachsene können unter Verwirrung leiden. Menschen, die chronische Schmerzen haben, können diese mit Hilfe von L-Phenylalanin lindern. Wenn der Endorphinspiegel im menschlichen Körper zu niedrig ist, verspüren die Menschen stärkere Schmerzen, da Endorphine nicht nur Glückshormone sind, sondern auch schmerzlindernd wirken. Bei einer regelmäßigen Aufnahme von Präparaten zeigte sich bisher keine Abhängigkeit der Patienten, die bei anderen Wirkstoffen und Medikamenten oft durch die lange Gewöhnung entstehen. Zudem ist die Aminosäure ungiftig und kann so gezielt zur Behandlung von Depressionen eingesetzt werden. Die stärkste Wirkung erzielt die Aminosäure bei einer gleichzeitigen Aufnahme von Vitamin B6 und C. Phenylalaninquelle in vielen LebensmittelnHäufig steht in der Zutatenliste eines Lebensmittels „Enthält eine Phenylalaninquelle“. Dieser Hinweis ist vor allem für Menschen wichtig, die an PKU erkrankt sind und heißt nichts anderes als das das Produkt Aspartam enthält. Ist in Lebensmitteln der Süßstoff Aspartam enthalten, befindet sich in dem Produkt auch etwa 40 Prozent der Aminosäure, da Aspartam zu Asparaginsäure und Phenylalanin zerfällt. Da die Erkrankten die Aminosäure nicht verdauen können, dürfen sie derartige Lebensmittel nicht verzehren. Phenylalanin Lebensmittel: Haselnüsse, Reis und rohes SchweinefleischGute Phenylalanin Lebensmittel sind Haselnüsse, Eier und Reis. Das Protein Casein ist zudem in Kuh- und Muttermilch enthalten. L-Phenylalanin steckt vor allem in Sojaproteinen, Mandeln oder Erdnüssen. Zudem ist die Aminosäuren in Lebensmitteln wie rohem Schweinefleisch, Hähnchenbrustfilet sowie rohem Lachs, getrockneten Erbsen und Weizen- oder Mais-Vollkornmehl. Ein Phenylalanin Mangel hat zur Folge, dass die Betroffenen schnell reizbar und abgeschlagen sind und bei ihnen depressive Verstimmungen auftreten können. Vor allem Vegetarier können schnell unterversorgt sein, da nur wenige pflanzliche Nahrungsmittel wie zum Beispiel verschiedene Nusssorten ausreichend von der Aminosäure enthalten. |
Yazio.de Tipp |
|---|
|
Vor allem zuckerfreie oder so genannte Light-Produkte enthalten Aspartam und sind somit auch eine Phenylalaninquelle. Da PKU-Erkrankte meist die Produkte kennen, die Proteine enthalten, sind nur die Lebensmittel wie zum Beispiel Kaugummi kennzeichnungspflichtig, die für gewöhnlich nicht aus Proteinen bestehen. |
Über den Autor
Bianka ist Journalistin und schreibt über Themen wie ausgewogene Ernährung und gesunde Lebensmittel.

