Übersicht
Heute schauen wir genauer auf die Fastenkur mit Saft. Bei dieser Heilfastenkur soll man schnell an Gewicht verlieren können. Saftfasten ist eine etwas abgemilderte Form des strengen Wasser-Tee-Fastens, welches viele Menschen nur schwer durchhalten können. Auch beim Saftfasten wird zwar keine feste Nahrung zu sich genommen, Obst- und Gemüsesäfte versorgen den Organismus jedoch nach Angaben der Befürworter mit allen wichtigen Vitamine und Mineralstoffe.
Wir haben uns das Saftfasten einmal genauer angesehen und hinsichtlich der Durchführung, der Umsetzung im Alltag, der Wissenschaftlichkeit, der Integration von Bewegung & Sport sowie der langfristigen Wirkung untersucht.
Vorgehensweise
Bevor man mit dem Fasten beginnt, muss man den Körper einen Tag lang mit Obst, Müsli, Rohkost, Kartoffeln, Gemüse und Quark entlasten, also einen sogenannten Entlastungstag einlegen. Am Tag darauf erfolgt der erste Fastentag mit Glaubersalz und einem Einlauf, wobei dieser aber kein Muss ist. Danach folgen fünf Tage Verzicht auf feste Nahrung. Flüssigkeiten wie Saft, Brühe und Tees von 1 bis 1,5 Litern sind erlaubt, 300 Kalorien pro Tag sollten jedoch nicht überschritten werden. Nach der Kur muss sich der Körper wieder langsam an feste Nahrung gewöhnen.
Eine weitere Möglichkeit wäre eine zweitägige Fastenkur: hier sollen 750ml Frucht- oder Gemüsesaft getrunken werden, dazu reichlich Wasser.
Umsetzung im Alltag
Wie bei jeder anderen Fastenkur hat auch die Saftkur positive Aspekte: einfach, unkompliziert, aber leider auch eintönig. Da die meisten sich schwach fühlen, ist von einer Fastenkur während der Arbeit abzuraten – diese sollte eher im Urlaub durchgeführt werden.
Wissensschaftlichkeit
Wie bei jeder anderen Diät, bei der auf (fast) jegliche Nahrung verzichtet wird, werden Ketone gebildet, die dem Körper schaden können. Werden die Ketone nicht über die Niere ausgeschieden, so kann der Harnsäurespiegel ansteigen, was zu Nieren-, Blasensteine und Gicht führen kann.
Zwar kommt es zu einer ausreichenden Vitaminaufnahme durch die Säfte, allerdings werden fettlösliche Vitamine nicht in ausreichender Form aufgenommen. Auch die Aufnahme von Mineralstoffen und anderen Nährstoffen ist zu gering. Man sollte auch bedenken, dass die schnelle Gewichtsabnahme nicht durch die Fettreduktion geschieht, sondern durch den Abbau von Muskelmasse. Für Schwangere, Stillende und Menschen mit schwachem Immunsystem ist die Fastenkur mit Saft nicht empfehlenswert.
Integration von Bewegung & Sport
Eine direkte Empfehlung für Sport gibt es nicht. Allerdings wird eine Kombination von Fitness und Fasten empfohlen, um dem Muskelabbau entgegenzuwirken. Man sollte aber beachten, dass der Körper während des Fastens leistungsschwach ist und man es deshalb mit sportlicher Betätigung nicht übertreiben sollte.
Langfristige Wirkung
Die Saftfastenkur sollte man nicht länger als eine Woche durchführen. Da man nur Wasser und Muskelmasse verliert, hält die Gewichtsreduktion nicht auf Dauer – der JoJo-Effekt ist vorprogrammiert.
Unser Fazit
Fasten wurde ursprünglich dafür genutzt, den Körper und die Seele zu reinigen. Als Diät mit dem Ziel der Gewichtsreduktion ist Fasten nicht geeignet. Dauerhaft gesund leben und abnehmen schafft man mit einer ausgewogenen Ernährung und Sport.