Trennkost

Das Trennkost-Prinzip plädiert für eine Trennung von Kohlenhydraten und Eiweiß. Ohne lästiges Kalorienzählen und Mengenangaben sollten Übergewichtige endlich ihre überflüssigen Pfunde loswerden können. Doch kann die auf den amerikanischen Arzt Dr. Hay zurückgehende Trennkost wirklich das halten, was sie verspricht? Nimmt man tatsächlich ab oder ist die Methode letztlich wissenschaftlich nicht belegbar? In unserem großen Diättest erfahrt ihr alles rund um das Thema Trennkost, die Umsetzung, die Integrierbarkeit in den Alltag und die langfristige Wirkung auf den Organismus.

Die Trennkost-Ernährungslehre legt die Annahme zugrunde, dass Kohlenhydrate und Eiweiße nur getrennt voneinander verdaut werden können. Dieses Vorgehen soll eine Übersäuerung des Körpers verhindern und somit Leiden wie Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck etc. vorbeugen.

Die Trennkost-Ernährungslehre legt die Annahme zugrunde, dass Kohlenhydrate und Eiweiße nur getrennt voneinander verdaut werden können. Dieses Vorgehen soll eine Übersäuerung des Körpers verhindern und somit Leiden wie Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck etc. vorbeugen.

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Übersicht

Die Trennkost-Diät beruht auf dem Prinzip der Trennung von kohlenhydrat- und proteinreichen Nahrungsmitteln. Die Ernährungsweise wurde von dem amerikanischen Arzt Dr. William Howard Hay (1866-1940) Anfang des 20. Jahrhunderts als besondere Form der vollwertigen Ernährung entwickelt. Hay ging davon aus, dass die Übersäuerung des Körpers durch falsche Ernährung wie zu viele Proteine, zu viel Zucker und Weißmehl hauptverantwortlich für alle Zivilisationskrankheiten ist. Auf der Suche nach einer besonders gesunden Form der Ernährung nahm Hay eine Einteilung der Lebensmittel in Eiweiße, Kohlenhydrate und neutrale Produkte vor. Selbst an einem schweren Nierenleiden erkrankt, heilte er sich nach eigenen Aussagen innerhalb weniger Monate mithilfe der neuen Ernährungslehre selbst.

In Deutschland wurde das Trennkost-Prinzip vor allem durch den Arzt Ludwig Walb bekannt. Die Ernährungslehre legt die Annahme zugrunde, dass Kohlenhydrate und Eiweiße nur getrennt voneinander verdaut werden können. Dieses Vorgehen soll eine Übersäuerung des Körpers verhindern und somit Leiden wie Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck etc. vorbeugen.

Während der Trennkost-Diät dürfen sich die Abnehmwilligen satt essen. Es ist weder Kalorienzählen vonnöten, noch müssen die Diäthaltenden auf die Menge achten. Allein die Kombination der Lebensmittel ist entscheidend. Eiweiß und Kohlenhydrate werden bei der Trennkost zum Frühstück, Mittagessen und Abendessen voneinander getrennt und nur gemeinsam mit neutralen Produkten verzehrt. Grundsätzlich darf man fast alles essen, es gibt nur wenige verbotene Lebensmittel. Wichtig ist, vermehrt frische und natürliche Produkte zu verzehren, Fertiggerichte oder Fast Food sollten nur in Ausnahmefällen auf den Tisch kommen.

Wir haben uns die Trennkost-Diät einmal genauer angesehen und hinsichtlich der Durchführung, der Umsetzung im Alltag, der Wissenschaftlichkeit, der Integration von Bewegung & Sport sowie der langfristigen Wirkung untersucht.


Vorteile

  • kein Kalorienzählen nötig
  • keine Mengenbeschränkung

 

Nachteile

  • viel Disziplin nötig
  • Trennung von Eiweiß und Kohlenhydraten wissenschaftlich nicht haltbar

 

Das ist erlaubt

  •  natürliche Lebensmittel
  • viele basenbildende Lebensmittel wie Gemüse, Obst und Salat
  • wenig säurebildende Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Käse, Eier und Brot

 

Das ist nicht erlaubt

  • nur wenig Kaffee, Alkohol und scharfe Gewürze
  • keine gehärteten Fette
  • keine stark verarbeiteten Lebensmittel oder Zusatzstoffe

 


Vorgehensweise Umsetzung im Alltag Wissenschaftlichkeit Bewegung & Sport Langfristige Wirkung
Gesamtbewertung von Nadja Greiner
(2,5 von 5 Sternen)

Vorgehensweise

Bewertet von Nadja Greiner
(3 von 5 Sternen)

Die Trennkost-Diät basiert auf der Annahme, dass sich eiweißreiche (säurebildende) und kohlenhydratreiche (basenbildende) Lebensmittel gegenseitig beim Abbau behindern. Der Erfinder führt unter anderem die Entstehung von Verdauungsstörungen und Übergewicht auf diese Tatsache zurück. Seiner Ansicht nach wird dies durch die gleichzeitige Aufnahme von Kohlenhydraten und Proteinen verursacht.

Doch wie funktioniert Trennkost jetzt eigentlich genau? Bei dem Ernährungskonzept werden die Lebensmittel in drei Gruppen eingeteilt: die eiweißreiche Gruppe, die kohlenhydratreiche Gruppe und die neutrale Gruppe.

Kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Brot, Nudeln oder Kartoffeln dürfen den Trennkost-Regeln zufolge also nicht gemeinsam mit Schnitzel, Bratwurst oder Forelle (eiweißreiche Gruppe) verzehrt werden. Produkte aus der Gruppe der neutralen Lebensmittel wie Gemüse und Salat können jedoch als Beilage fungieren. Eine Nudelpfanne mit Zucchini, Auberginen und Paprika ist ebenso erlaubt wie ein Gartensalat mit gebratenem Lachs. Grundsätzlich beinhaltet dieses Ernährungsprinzip alle Lebensmittel einer gesunden und ausgewogenen Ernährung. Der Schwerpunkt der Ernährung liegt dabei auf pflanzlichen Lebensmitteln. Gar nicht auf dem Speiseplan stehen Lebensmittel, die sowohl viel Eiweiß als auch viele Kohlenhydrate enthalten. Dazu gehören zum Beispiel Hülsenfrüchte.

Während die Abnehmwilligen bei der Trennkost zum Frühstück zwischen eiweiß- und kohlenhydratreichem Essen wählen können, empfiehlt es sich zum Mittagessen Lebensmittel aus der Eiweiß-Gruppe auszuwählen. Infrage kommt zum Beispiel ein saftiges Steak oder ein frisches Fischfilet kombiniert mit saisonalem Gemüse oder knackigem Salat. Abends sollte das Essen der Trennkost-Ernährung wiederum kohlenhydratlastig sein. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Pilzragout mit Reis oder Kartoffeln mit Kräuterquark? Um Eiweiß und Kohlenhydrate während der Trennkost-Diät bestmöglich getrennt voneinander zu verarbeiten, sollten zwischen den Mahlzeiten übrigens mindestens vier Stunden liegen.

Den Trennkost-Regeln folgend wird der Verzehr eiweißreicher (säurebildender) Lebensmittel eingeschränkt. Vielmehr empfiehlt Begründer Hay den Fokus auf basenbildende Lebensmittel zu legen. Gemüse, Salat und Obst sollen drei Viertel der täglichen Mahlzeiten ausmachen. Auf diese Weise soll eine Übersäuerung des Körpers und somit Störungen im Stoffwechsel verhindert werden. Auf stark verarbeitete Lebensmittel wie Zucker und Weißmehl sollten Abnehmwillige bei der Trennkost-Diät besser verzichten. Auch Fertiggerichte, Süßigkeiten und fettreiche Speisen sind nur in Maßen erlaubt. Zu Alkohol sollte man gar nicht greifen.

Umsetzung im Alltag

Bewertet von Nadja Greiner
(3 von 5 Sternen)

Die Trennkost-Diät ist nicht durch Verzicht gekennzeichnet. Lediglich die Zugehörigkeit der Produkte zur Lebensmittelgruppe müssen die Diätteilnehmer beachten. Produkte der Eiweiß-Gruppe dürfen nicht mit Lebensmitteln der Kohlenhydrat-Gruppe kombiniert werden. Das hört sich eigentlich ganz einfach an. In der Praxis bedeutet es aber, dass Spaghetti Bolognese, paniertes Schnitzel mit Pommes oder Gulasch mit Spätzle ab sofort tabu sind. Vor allem am Anfang dürfte die Umstellung nicht gerade leicht fallen. Liebhaber herzhafter Frühstücksspeisen wie einem Brötchen mit Wurst oder Schinken müssen bei der Trennkost ebenfalls leider ihre Gewohnheiten umstellen.

Es kommt also nicht auf die Menge und den Kaloriengehalt der Speisen an, sondern vielmehr auf die Zugehörigkeit der Lebensmittel zur Eiweiß- oder Kohlenhydrate-Gruppe. Auf diese Weise bleibt der Genuss beim Essen erhalten. Die Diäthaltenden können sich bei jeder Mahlzeit satt essen und zwischendurch zu einem – am besten gesunden – Snack greifen. Das führt auch dazu, dass es leichter fällt, das Ernährungskonzept langfristig durchzuhalten. Die Abnehmwilligen müssen auf nichts verzichten, sondern ihre Nahrung nur anders zusammenstellen, was zu Beginn sicherlich erst der Aneignung einer bewussteren Lebensmittelauswahl bedarf.

Grundsätzlich ist diese Ernährungsform für Frauen und Männer jeden Alters zu empfehlen. Auch Berufstätige können mit Trennkost ihre Ernährung umstellen und abnehmen. Lediglich im Familienalltag kann die Trennung von Kohlenhydraten und Eiweiß etwas schwierig werden, durchzuhalten.

Für die Zubereitung der Gerichte werden keine außergewöhnlichen Zutaten benötigt. Bedingt durch den Fokus auf natürliche Zutaten kommt man jedoch nicht ums Kochen herum. Für Kochmuffel oder Menschen mit wenig Zeit bedeutet das Abnehmkonzept deshalb eine größere Umstellung. Die Gerichte selbst sind jedoch nicht kompliziert und können von Ungeübten nachgekocht werden. Achtet man genau auf die Zutaten, kann man sein Frühstück, Mittag- oder Abendessen im Rahmen der Trennkost auch im Restaurant einnehmen.  

Wissensschaftlichkeit

Bewertet von Nadja Greiner
(2 von 5 Sternen)

Die Trennung von Kohlenhydraten und Proteinen in einer Mahlzeit ist wissenschaftlich bis heute nicht begründbar. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) können Eiweiß und Kohlenhydrate ohne Probleme gleichzeitig verdaut werden. Eine Übersäuerung des Körpers sei bei einem gesunden Menschen überdies unwahrscheinlich. Die Erfolge im Rahmen dieses Abnehmkonzepts führen die Experten vielmehr auf den geringen Fett- und Energiegehalt der empfohlenen Gerichte zurück sowie der damit verbundenen Kontrolle des eigenen Essverhaltens.

Die Ernährungsexperten sprechen basenreicher Kost keine nachweisbaren gesundheitlichen Vorteile zu. Die positive Wirkung des Hay’schen Abnehmprinzips auf verschiedene Krankheiten wie rheumatische Erkrankungen, Hautkrankheiten, Übergewicht oder sogar Adipositas kann die Wissenschaft bisher nicht bestätigen.

Grundsätzlich ermöglicht die Hay’sche Ernährungslehre eine bedarfsgerechte Versorgung mit allen essenziellen Nährstoffen. Als positiv bewerten wir den hohen Anteil an naturbelassenen Lebensmitteln wie Obst, Gemüse und Salat. Zudem sind Trennkost-Gerichte weitestgehend frei von geschmacksverstärkenden Aromen, Glutamat oder Hefeextrakten.

Integration von Bewegung & Sport

Bewertet von Nadja Greiner
(1 von 5 Sternen)

Die Trennkost-Diät ist weniger auf Bewegung sondern eher auf die Ernährung nach bestimmten Lebensmittelgruppen ausgelegt. Einige Diätbücher bieten aber auch Bewegungsprogramme an. Da Sport ein essenzieller Teil jeder Diät sein sollte, wären mehr Tipps für sportliche Betätigung hilfreich. Grundsätzlich unterstützen regelmäßige Bewegung und Sport den zumeist harten Abnehmkampf. Denn nur, wenn man am Tag mehr Energie verbraucht, als man zu sich nimmt, kann erfolgreiche Gewichtsreduktion stattfinden.

Langfristige Wirkung

Bewertet von Nadja Greiner
(3 von 5 Sternen)

Das Trennkost-Prinzip entwickelte Hay vor über 100 Jahren weniger als Diät, sondern vielmehr als gesunde, ausgewogene Ernährungslehre. Dadurch, dass sie keinen Lebensmittelverzicht beinhaltet, wird eine ausreichende Nährstoffzufuhr sichergestellt. Aus diesem Grund können Abnehmwillige dieses Ernährungsprinzip über einen längeren Zeitraum hinweg anwenden. Um dieses Ernährungskonzept dauerhaft in seinen Alltag einbauen zu können, sollte jedoch der Anteil an Getreide- und Milchprodukten deutlich erhöht werden. Essenzielle Nährstoffe wie Kalzium, B-Vitamine, Folsäure, Magnesium, Eisen und Selen werden nach Angaben der DGE zu wenig berücksichtigt.

Zwar sind bei der Trennkost keine schnellen Abnehmerfolge zu erwarten. Dafür überzeugt aber der nachhaltige Erfolg, den viele Anhänger der Trennkost aus eigener Erfahrung bestätigen können. Die Ernährungsweise der Trennkost bietet die Möglichkeit, seine Ernährung langfristig gesund zu gestalten, bei Beachtung der Energieaufnahme abzunehmen und sein Wunschgewicht zu halten.  

Unser Fazit

Die Trennkost-Diät ermöglicht eine relativ ausgewogene Ernährung, indem sie auf eine Mischung aus Eiweiß und Kohlenhydraten setzt. Nach aktuellem wissenschaftlichen Kenntnisstand ist das Prinzip der Trennkost jedoch nicht haltbar. Die gewichtsreduzierende Wirkung der Ernährungsumstellung lässt sich weniger mit der Trennung von Eiweiß und Kohlenhydraten begründen. Vielmehr ist sie das Resultat einer gesunden, vorzugsweise fett- und energiearmen Ernährung. Ein hoher Anteil an natürlichen Lebensmitteln wie Gemüse, Obst und Salat und nur geringe Mengen Fleisch wirken sich allerdings fördernd auf die Gesundheit aus.

Die Trennkost-Erfahrungen vieler Abnehmwilliger sind durchaus positiv. Diese Form der Diät ermöglicht es einem, nicht nur Gewicht zu verlieren, sondern auch das Wunschgewicht langfristig zu halten. Wer aber auf die Schnelle abnehmen möchte, wird enttäuscht sein. Die Gewichtsreduktion erfolgt relativ langsam, bleibt damit aber im gesunden Rahmen. Auch für diejenigen, die keine Zeit ins Kochen investieren können oder wollen, wird die Trennkost-Diät schwierig umzusetzen sein. Die Gerichte sind jedoch einfach zuzubereiten und die benötigten Lebensmittel in jedem Supermarkt ohne zusätzliche Kosten zu erwerben. 

Das Thema Sport kommt eindeutig zu kurz. Um effektiv abnehmen zu können, sollte sportliche Ertüchtigung und Bewegung im Allgemeinen immer einen Teil des Abnehmprozesses bilden. Im Falle der Trennkost würden regelmäßige Sporteinheiten den Erfolg der gesunden und ausgewogenen Ernährungsweise sicherlich noch erhöhen.

Mit Trennkost abnehmen kann jeder, der sich diszipliniert an die Regeln hält und die Energieaufnahme beachtet. Trennkost hilft außerdem, das eigene Essverhalten zu kontrollieren und sich damit von alten Essgewohnheiten zu lösen.


Vorgehensweise Umsetzung im Alltag Wissenschaftlichkeit Bewegung & Sport Langfristige Wirkung
Gesamtbewertung von Nadja Greiner
(2,5 von 5 Sternen)


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